Der Gartenverein

Historischesbild eines Kleingarten

Frankenberg Anfang des 20. Jahrhunderts

Auf dem Gelände zwischen heutigen
Fa. Uhlemann & Lantzsch - Am Damm - Klingbach - Dammweg - Autobahn A4 - Merzdorfer Straße - Umgehungsstraße wurde Gartenbau betrieben.

Teils waren es kleine Stücke Land, welche gepachtet waren, teils waren es größere Gärtnereien.

Im Juli des Jahres 1929 fanden sich 13 Pächter kleinerer Gärten zu einem Gartenfest zusammen und gründeten dabei den ersten Gartenverein. Doch dieser Verein war kein Verein im heutigen Sinne, sondern eher ein Zusammenschluss mit dem Ziel der gegenseitigen Hilfe, gemeinsamer Samen- und Düngerbestellung und geselliger Zusammenkünfte nach getaner Arbeit.

Im Laufe des 2. Weltkrieges löste sich der Verein allmählich auf, um dann ab 1945 wieder aufzuleben.

Nach 1945 waren die Kleingärtner in wechselnden Organisationen organisiert. Von der Kleingärtnerhilfe des FDGB bis zum Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK). Unser jetziger Verein nannte sich „Gartensparte Schlachthof“. Es kamen immer mehr Gärten und Mitglieder hinzu, da der Bedarf an Kleingärten sehr groß war und die sich auf dem oben beschriebenen Gelände befindlichen Gärtnereien Eine nach der Anderen ihren Betrieb einstellten und das damit frei werdende Land an unsere Sparte übergeben wurde.

Anfang der 80’er Jahre erreichte unser Verein die höchste Mitgliederzahl. 320 Gärten auf über 70000 m² Fläche wurden bewirtschaftet. Im Vereinsgelände waren im Laufe der Zeit 3 eigene Brunnen zur Wasserversorgung gegraben worden und ein Brunnen der ehemaligen Zentralwäscherei mitgenutzt. Alle Gärten wurden durch ein eigenes Wasserleitungsnetz versorgt. Auch der Aufbau eines eigenen Stromnetzes zur Versorgung jedes Gartens mit Strom wurde bewerkstelligt.

Historischesbild Spielender Kinder an einer Wassertonne

Mit der politischen Wende im Jahr 1989 mussten auch die Gartensparten sich den Bedingungen des Bundeskleingartengesetzes der Bundesrepublik Deutschland anpassen. So wurde auf der 1. Mitgliederversammlung nach der Wende die Gründung des Gartenverein Schlachthof e.V. Frankenberg beschlossen und am 19.06.1990 in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Hainichen eingetragen.

Die Nachfrage nach Gärten nahm nach 1990 deutlich ab. Wartelisten wie zu DDR-Zeiten üblich gab es nicht mehr. Unser Verein begann zu schrumpfen. Für den Ausbau der Bundesautobahn A4 mussten 1995 ca. 30 Kleingärten beräumt werden und deren Pächter wurden durch die DEGES entschädigt. Weitere 45 Gärten fielen ein Jahr später dem Neubau der Umgehungsstraße zum Opfer. Auch deren Pächter wurden entschädigt.

2002 dann ein Ereignis, welches so noch keiner in Frankenberg erlebt hat. Das Jahrhundert-hochwasser vom 12./13. August 2002. Unser gesamtes Vereinsgelände stand bis zu 2,5 m unter Wasser. Alle Gartenlauben, unser Vereinsheim, alle Pumpenhäuser und die gesamte Elt-Anlage waren zerstört bzw. sehr stark geschädigt. Über 50% der Kleingärtner gaben auf.

Keiner wusste, wie es weitergehen soll. Will der Verein weitermachen, kommen wir nicht um eine Neuordnung herum. Das Vereinsgelände wird geschrumpft.

Spät, aber nicht zu spät gibt es Hilfen von Bund und Land. Wir waren in der Lage die Elt und Wasserversorgung wieder herzustellen, die Wege wieder in Ordnung zu bringen.

3 Jahre nach diesem Ereignis ist unser Verein wieder zum normalen Kleingartenleben überge-gangen, alle Spuren des Hochwassers waren beseitigt. Nur eine relativ große Anzahl von leerstehenden Gärten ist geblieben.

Gartenverein Schlachthof e.V. Frankenberg • Thomas-Rockard-Str. 11 • 09669 Frankenberg • Tel.: 037206/4608 • E-Mail: Gartenverein.schlachthof@freenet.de
Auslaufender weisser streiffen